Bioladen in Flacht (65558, Rhein-Lahn-Kreis)

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Bioladen in Flacht (65558)

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Allgemeines über einen Bioladen

Ein Bioladen (auch: Naturkostladen oder Biogeschäft) ist ein Nahrungsmittelladen, dessen zum Vertrieb angebotene Produkte aus umweltfreundlicher Verarbeitung und ökologischer Landwirtschaft resultieren.

Neben Nahrungsmitteln, bei welchen das Hauptaugenmerk auf Naturkost liegt, werden oft auch Reinigungs- und Körperpflegemittel, Bekleidung und andere Erzeugnisse des tagtäglichen Bedarfs angeboten – wesentliche Konditionen dabei sind eine bevorzugt kleine Schadstoffbelastung der angebotenen Waren ebenso wie deren umweltgerechte Erzeugung. Die Lebensmittel stammen fast in Gesamtheit aus ökologischer Agrarwirtschaft. Konventionell angebaute Lebensmittel werden fast nie in Bioläden verkauft; falls doch, dann sind sie in der Regel gekennzeichnet. Gentechnisch veränderte Nahrungsmittel sind in Bioläden nicht zu finden.

Geschichte der Bioläden in der Bundesrepublik Deutschland

1970-Jahre

Bioläden entfalten sich zu Beginn der 1970er-Jahre eingangs in großen Städten. In dieser Zeit verkauft ein Bioladen vor allem vegetarische Nahrungsmittel aus traditioneller Erzeugung, die von den Kunden häufig selbst aus Säcken oder Kartons entnommen werden mussten. Hinzu kam ein Angebot von Waren, die mit einem alternativen Lebensstil verbunden werden: Räucherstäbchen, Henna, Umweltschutzpapier, Kerzen, Bücher und Broschüren. Ein Kernprodukt dieser Zeit war das selbst gemischte Müsli. Im Laufe der 70er Jahre entwickelten sich die Bioläden zu Sammelpunkten der Kommunikation, die die Basisarbeit verschiedener politischer Gruppen und Bürgerinitiativen als Multiplikatoren unterstützten.

80er Jahre

Nachdem die Anzahl der Läden auf mehr als 1000 Verkaufsorte gewachsen war, konzentrierten sich viele Inhaber auf ein verbessertes Erscheinungsbild und effizienteres Arbeiten. Dadurch öffneten sich die Läden zunehmend auch dem normalen Kunden. Mit Zusammenschlüssen versuchte die Szene, sich als Branche zu zeigen und in Öffentlichkeitsarbeit, Warenbeschaffung und Fortbildung zusammenzuarbeiten. Auch erstmalige Qualitätsüberprüfungen der Produkte wurden gemeinschaftlich organisiert.

90er Jahre

Die Professionalisierung der Bioläden führte in den 1990er-Jahren ultimativ zu einer Neupositionierung: Nur manche Bioläden blieben dem Bild der 1970er verpflichtet, viele andere sahen sich hingegen als beratungsstarke Fachgeschäfte für Produkte aus ökologischer Erzeugung.

nach 2000

Das Produktangebot wurde vergrößert und besser dem Bedürfnis der Kunden angepasst, sowie durch eine fachkundige Beratung weiter ergänzt. Des Öfteren eröffnen Bio-Supermärkte und Bioläden mit Käse- und Fleischtheke und integrierter Ökobäckerei. Zudem greifen etliche Biogeschäfte das Konstrukt vom Lieferservice auf und bieten ihren Kunden schon kombinierte Kisten mit Gemüse inklusive Rezeptvorschlägen.

Ungleichheit zwischen Bioläden und Reformhäusern

In Biogeschäften sind Esswaren aus nicht-ökologischer Agrarwirtschaft jetzt die absolute Ausnahme. In Reformhäusern dagegen steht die Befolgung der Vorgaben der „Vereinigung Deutscher Reformhäuser e.G.“ im Zentrum des Geschäftsmodells.

Das Angebot soll Waren der ernährungsphysiologisch wertvollen und gesunden Ernährungsweise und Gesundheitspflege beinhalten, deren Wirkstoffe aus natürlichen Quellen stammen. Die Lebensmittel stammen in der Regel aus der biologisch-dynamischen Agrarwirtschaft.

Zudem finden sich in Reformhäusern Nahrungsergänzungsmittel (Omega-3-Fettsäure-Kapseln, Vitamintabletten etc.), die in Biogeschäften normalerweise nicht verkauft werden oder zumindest nur in kleiner Auswahl vorhanden sind, ebenso wie etliche Produkte, welche nicht der Norm der Vollwerternährung erfüllen. Ein Fokus der Reformhäuser liegt traditionell auf diätetischen Lebensmitteln.

Da zahlreiche aus der Lebensreformbewegung auch den Gebrauch von Alkohol ablehnen, sind ähnliche Produkte in Reformhäusern nicht zu finden. In Bioläden findet sich hingegen häufig ein Regal mit Wein aus ökologischer Produktion.